The church of our lady in Dresden
EN:
When I finished my appointments in Dresden that day, it was early evening. The last meetings were behind me, the laptop was closed, and instead of heading straight back to the hotel, I decided to stretch my legs for a while. Business trips often feel fleeting — you see train stations, conference rooms, and hotels, but hardly the city itself. That was something I wanted to change that evening.
My destination was the Church of Our Lady in Dresden — one of the city’s most famous landmarks. As I made my way through the Old Town, I could already sense the rhythm of the day shifting. Businesspeople disappeared into trams, tourists strolled across the cobblestones with cameras around their necks, and the muted hum of conversation drifted out of the restaurants around Neumarkt Square.
When I finally stood in front of the church, I paused for a moment. The sandstone façade glowed in the warm light of the setting sun, and the dome stood out impressively against the evening sky. It was one of those moments when you forget that you are “just” on a business trip. I took my camera out of my bag and began experimenting with different perspectives — a straight-on view from the square, a slight angle to emphasize the elegant curves of the dome, and a more distant shot to capture the interplay between the church and the surrounding buildings.
The darker it became, the more captivating the light grew. Subtle illumination highlighted the architecture, while the sky gradually deepened into a rich blue. A few other photographers had apparently had the same idea; we nodded to one another and perhaps exchanged a brief word about exposure times or the best vantage point. Despite the visitors, the square did not feel hectic, but almost solemn.
For me, this walk was more than just a way to pass the time. After an intense day of work, the sight of the impressive church helped me regain a sense of perspective. The history of the building — destruction, decades as a ruin, and finally reconstruction — gave the moment a special depth. As I looked through the viewfinder, I felt as though I was capturing a small piece of that history.
Later, as I headed back to the hotel with several successful shots displayed on my camera screen, I was glad I had made the decision to explore. That hour in front of the Church of Our Lady in Dresden reminded me that even a tightly scheduled business trip can leave room for personal discoveries — you simply have to take the opportunity.
DE:
Als ich an diesem Tag meine Termine in Dresden beendet hatte, war es früher Abend. Die letzten Gespräche lagen hinter mir, der Laptop war zugeklappt, und statt direkt ins Hotel zurückzukehren, beschloss ich, mir noch ein wenig die Beine zu vertreten. Dienstreisen haben oft etwas Flüchtiges – man sieht Bahnhöfe, Konferenzräume und Hotels, aber kaum die Stadt selbst. Das wollte ich an diesem Abend ändern.
Mein Ziel war die Frauenkirche Dresden – eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Schon auf dem Weg durch die Altstadt merkte ich, wie sich der Rhythmus des Tages veränderte. Geschäftsleute verschwanden in Straßenbahnen, Touristen schlenderten mit Kameras um den Hals über das Kopfsteinpflaster, und aus den Restaurants rund um den Neumarkt klang gedämpftes Stimmengewirr.
Als ich schließlich auf dem Platz vor der Kirche stand, blieb ich einen Moment einfach stehen. Die Sandsteinfassade leuchtete im warmen Licht der untergehenden Sonne, die Kuppel zeichnete sich eindrucksvoll gegen den Abendhimmel ab. Es war einer dieser Augenblicke, in denen man vergisst, dass man eigentlich nur „auf Dienstreise“ ist. Ich holte meine Kamera aus der Tasche und begann, verschiedene Perspektiven auszuprobieren – frontal vom Neumarkt aus, leicht seitlich, um die geschwungenen Linien der Kuppel stärker zu betonen, und aus größerer Entfernung, um das Zusammenspiel von Kirche und umliegenden Gebäuden einzufangen.
Je dunkler es wurde, desto spannender wurde das Licht. Die dezente Illumination setzte die Architektur in Szene, während der Himmel langsam in ein tiefes Blau überging. Einige andere Fotografen hatten offenbar denselben Gedanken gehabt; man nickte sich zu, tauschte vielleicht ein kurzes Wort über Belichtungszeiten oder den besten Standort. Trotz der Besucher wirkte der Platz nicht hektisch, sondern beinahe feierlich.
Für mich war dieser Spaziergang mehr als nur Zeitvertreib. Nach einem intensiven Arbeitstag half mir der Blick auf die imposante Kirche, Abstand zu gewinnen. Die Geschichte des Bauwerks – Zerstörung, jahrzehntelange Ruine und schließlich der Wiederaufbau – verlieh dem Moment eine besondere Tiefe. Während ich durch den Sucher blickte, hatte ich das Gefühl, ein Stück dieser Geschichte festzuhalten.
Als ich später mit einigen gelungenen Aufnahmen auf dem Display den Rückweg zum Hotel antrat, war ich froh über meine Entscheidung. Die Stunde vor der Frauenkirche hatte mir gezeigt, dass selbst eine straff getaktete Dienstreise Raum für persönliche Entdeckungen lassen kann – man muss ihn nur nutzen.